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Museum August Kestner Reliefs

Reliefs

Reliefs der ägyptischen Sammlung

[ 9 Objects ]

Szene aus der Komödie

Im Hintergrund die Bühnenwand als Hauptfront, gegliedert durch je eine korinthische Säule an den Enden und je einem Säulenpaar, das die mittlere Tür flankiert in der Mitte. Zwischen den Säulen Andeutung des Mauerwerkes. Über den Türen dreieckiger Giebel mit gewölbter Scheibe in der Mitte. Zwischen den Säulenkapitellen Girlanden. Die Türen sind in vier Felder geteilt, im linken oberen ein Gorgoneion. Auf der linken Seite vor dem Haus viereckiger Altar, auf dem ein Sklave sitzt. Den Körper auf den rechten Arm gestützt, dessen Hand er auf die linke Ecke des Altares legt. Rechts stürmt aus der Tür ein bärtiger Alter mit lebhaft vorgestelltem rechtem Bein. Die Hände ergreifen vor dem Körper liegend den Mantelsaum. In der Mitte steht in ruhiger aufrechter Haltung ein Mann in Frontalansicht. - Das Ojekt gehört zur Gruppe der sogenannten "Campana-Platten". (AVS)

Ehem. Sammlung August Kestner, Rom

Szene aus der Komödie

Bacchische Weihe

Oberer Abschluss: Palmettenfries, tordierter Rundstab; Untere glatte, vorspringende Abschlussleiste. Links steht ein bärtiger Silen nach rechts gewandt in einem um die Hüften gegürteten Gewand und einem Fell um die Beine. In den erhobenen Händen hält er einen abgeschrägten Korb (Liknon) mit Früchten und einen aufgestellten Phallos. Aus dem Korb fällt ein langes Tuch herab. Vor dem Silen steht eine Frau im Ausfallschritt. Sie trägt ein gegürtetes Gewand, das die rechte Schulter freilässt. Sie wendet sich dem Silen zu, hält aber die hinter ihr stehende vermummte und leicht gebeugte Person am Kopf. Am rechten Bildrand befindet sich eine Mänade in langem Gewand und schlägt mit erhobenen Händen das Tympanon. (AVS)

Ehem. Sammlung August Kestner, Rom

Bacchische Weihe

Kampf um den Leichnam des Patroklos

Zentrale Episode in der „Ilias“ (17. Gesang) ist der Tod des Patroklos durch Hektor. Im übertragenen Sinn stellt dieser Kampf auch einen Machtkampf der Götter untereinander dar, denn auf Seiten der Griechen schützt Athena, auf Seiten der Troianer Apollon. So greift dieser in das Geschehen ein, indem er Patroklos ins Taumeln bringt und Hektor ihn töten kann. Im Sterben sagt Patroklos ihm seinen eigenen Tod voraus, denn Achill – geleitet von Athena – wird ihn töten.

In der rechten unteren Ecke liegt der nachte Leichnam des Patroklos auf dem Rücken über Waffen gebeugt (Schilde). Arme und Kopf hängen schlaff herab. Hinter ihm steht der nackte und bärtige Hektor in einem weiten Ausfallschritt. Er trägt einen großen Ovalschild und einen korinthischen Helm. Die erhobene rechte Hand führt das Schwert. Auf ihn dringt von links Aias ein, der ebenfalls mit Helm, Schwert und Ovalschild bewaffnet ist. Mit dem Schwert holt er von unten zu Schlag aus. Im Hintergrund befindet sich eine Keule. Hinter Aias steht Athena, die ihn am rechten Arm hält. Athena ist mit langem Chiton gekleidet und trägt einen korinthischen Helm. - Das Ojekt gehört zur Gruppe der sogenannten "Campana-Platten". (AVS)

Ehem. Sammlung August Kestner, Rom

Kampf um den Leichnam des Patroklos

Grabrelief in Form eines Antentempels

Grabrelief in Form eines Antentempels mit Fries und Giebel, der von drei Akroterien bekrönt wird; im Giebeldreieck eine Rosette. Im leicht vertieften Bildfeld sind die beiden Verstorbenen dargestellt: Mann (rechts) mit Chiton und Himation, die Hände vor dem Oberkörper zusammengenommen; Frau (links) in langem Chiton und darüber gelegten, über den Hinterkopf gezogenem Himation, den linken Arm über den Körper gelegt, den rechten Ellenbogen auf die linke Hand gestützt. Die linke, untern dem Mantel verborgene Hand fasst in Höhe des Halses in die Gewandfalten (sog. Pudicitia-Typ).
Auf einem Pfeiler zwishen den Figuren steht ein aufgeklapptes Deckelkästchen. Beiderseits der Figuren zwei kleinere Figuren mit übereinandergeschlagenen Beinen; rechts ein Knabe in kurzem Gewand, links ein Mädchen mit langem Chiton und einem Kästchen im Arm. Unterhalb der Bodenleiste eine schmale, eingetiefte Fläche. Zwischen Bildfeld und Giebel vier quadratische Felder mit flachem Relief mit Darstellung je eines Lorbeerkranzes um eine Scheibe (Inschrift: XAIPE). Seitlich je eine Rosette, darunter die Namen der Verstorbenen. Griechische Inschrift. (AVS)

Ehem. Sammlung Welfenmuseum; Dauerleihgabe Niedersächisches Landesmuseum Hannover

Grabrelief in Form eines Antentempels

Relieftondo mit Portrait des Ptolemaios I. Soter

Einziges bekanntes Reliefporträt des ersten griechischen Herrschers auf dem ägyptischen Thron. - Auf einer Scheibe ein hellenistisches Herrscherporträt im Profil mit Band (Diadem). Die Tragweise des Diadems lässt sich mit Bildnissen des Ptolemaios I. Soter auf Münzen vergleichen, so dass der Dargestellte mit dem ersten griechischen Herrscher auf dem ägyptischen Thron identifiziert werden kann. Tondi mit Porträtbüsten kommen im Hellenismus und auch in der römischen Kaiserzeit selten vor. (AVS)

Ehem. Sammlung August Kestner, Rom

Relieftondo mit Portrait des Ptolemaios I. Soter

Sinnende Penelope

Die Platte zeigt eine Szene aus der Odyssee (Hom. Od. 19,350-507). In der Mitte sitzt Penelope, die Gattin des Odysseus, auf einem Schemel. Die Haltung des rechten Armes und die Hand an der Stirn weisen auf eine trauernde oder sinnende Geste. Bei der sich ihr von hinten nähernden alten Frau handelt es sich um Eurykleia (Hom. Od. 2,345-347). Vor Penelope stehen zwei Dienerinnen. Innerhalb der vielfältig überlieferten Darstellungen auf Campana-Reliefs nimmt diese Platte eine besondere Stellung ein, da sie mit Penelope und Eurykleia eine Gruppe wiedergibt, deren Vorbilder in der antiken Plastik zu finden sind. Von beiden Statuen sind mehrere Wiederholungen bekannt wie z.B. die sog. „sinnende Penelope“, eine Sitzstatue im Vatikan.
Zu dieser Platte ist eine rechts anschließende, die Szene erweiternde Platte zu denken. Diese zweite Platte zeigt den heimkehrenden Odysseus sowie eine weitere männliche Person (vgl. Art Antique. Collections privées de Suisse Romande (1975) Kat. 2a und 2B). Die Platte wird oben durch einen Rundstab mit darüber laufendem Palmettenband begrenzt, unten durch eine einfache Leiste. (AVS)

Ehem. Sammlung August Kestner, Rom

Sinnende Penelope

August der Starke, Medaillon

Das Medaillon zeigt August den Starken im scharfen Profil. Die Pracht der Allongeperücke verweist auf das ausgehende 17. Jahrhundert. Das Medaillon wurde vermutlich von dem in England, Schweden und Braunschweig-Lüneburg tätigen Jean Cavalier geschnitzt. (TH)

Ehem. Welfenmuseum Hannover (Dauerleihgabe NLM Hannover)

August der Starke, Medaillon

Schauspieler und Hieroglyphen (Campanaplatte)

Auf dem Relieffragment sind eine frontal stehende männliche Gestalt, die ägyptisierende Tracht (Loeben) und eine Theatermaske trägt, sowie über das restliche Bildfeld verteilt 8 von insgesamt 22 in teilweise falscher Orientierung angeordnete Hieroglyphen zu sehen. Nach Chr. Loeben ist die sinnentleerte Kombination der Schriftzeichen auf eine Herstellung des Reliefs in einem Atelier zurückzuführen, das zwar über originale ägyptische Dokumente als Vorlagen verfügte, deren Inhalt aber nicht verstand.
Auf der Reliefrückseite finden wir einen Werkstattstempel, der auf eine „OFFICINA DOMITIANA“ und damit auf einen Entstehungszeitraum in flavischer Zeit verweist, als einer Phase, als die „Ägyptomanie“ in Rom eine neue Blüte erlebte. (AVS)

Schauspieler und Hieroglyphen (Campanaplatte)

Kopf, weiblich (Applik)

Bronzerelief mit Darstellung eines weiblichen Kopfes mit stark gelocktem Haar.
Als Applike war es möglicherweise als Zierblech auf einem Möbelstück oder einem Kasten angebracht. Aufgrund seiner geringen Materialstärke könnte es aber auch auf einem Textil aufgenäht gewesen sein.

Der Kopf entspricht im Stil und Behandlung vielen Frauenköpfen auf sizilischen Münzen des 5. und 4. Jh. v. Chr. und ist also eine griechische Arbeit dieser Zeit. (AVS)

Kopf, weiblich (Applik)