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Museum August Kestner Bronzen

Bronzen

Diese Gruppe enthält unterschiedliche Objektgattungen aus Bronze.

[ 17 Objects ]

Kaiser Trajan

Eines der wenigen erhaltenen und damit wichtigen Beispiele für kleinformatige Porträts Kaiser Trajans aus Bronze. Sie zeigt eine Panzerbüste (Variation der Typen IV und IV A; sog. Decennalienbildnis und Typus Kopf Oslo) zur Befestigung an einem Untergrund (clipeata imago).
Der Kopf mit Hals und die Panzerbüste sind gesondert im Verfahren des verlorenen Wachsmodells gegossen worden. Beide Teile wurden anschließend miteinander verlötet. Die Lötspuren sind an der Innenseite noch gut erkennbar.
Auf der Außenseite wurden die Lötspuren jedoch so sorgfältig überarbeitet, so dass sie bei einem Blick von unten her auf die Büste – dieser Betrachterstandpunkt war gewünscht – völlig unsichtbar waren. Die heute fehlenden Augen waren aus farbigem Glasfluß gearbeitet. Auch die Umrahmung der Büste fehlt. In unregelmäßigen Abständen befinden sich entlang des unteren Randes der Büste zehn runde Löcher. In einem dieser Löcher steckt noch eine Niete, mit der die Büste auf einem Untergrund abgebracht war.
Büste wurde gefunden im Tiberbett zusammen mit einer Kanne aus Bronze, die Kampfszenen aus dem Kontext der Dakerkriege zeigt. (AVS)

Kaiser Trajan

Spiegelscheibe mit Griffzapfen

Dieser Spiegel steht stellvertretend für die hervorragende etruskische Sammlung, die auf August Kestner zurückgeht und seither beträchtlich erweitert wurde.

Zu den als charakteristisch zu bezeichnenden Geräten zählen die Spiegel. Sie waren nicht nur Gegenstände des etruskischen Alltags, sondern sie waren bzw. sind Bildträger mythologischer Erzählungen und anderer Darstellungen aus dem Lebensumfeld der Etrusker.
Das Motiv der Rückseite: Trapezoider Teil durch x-förmiges Muster in vier Dreieckfelder unterteilt und mit Wellenlinien verziert. Auf der Scheibe breiter abgesetzter Randstreifen, darauf ein beidseitig von unten nach oben verlaufendes Blattmuster in Tulpenform. In der Mitte vier männliche (?) Personen. (AVS)

Ehem. Sammlung August Kestner, Rom

Spiegelscheibe mit Griffzapfen

Fortuna-Isis

Die ägyptische Göttin Isis wurde im 1. Jahrhundert n. Chr. in die römische Religion aufgenommen. Im Alten Ägypten wurde sie u.a. für ihre Fähigkeit verehrt, ihren Anhängern ein besseres Leben nach dem Tod zu ermöglichen. Die Römer verbanden Isis teilweise mit anderen römischen Göttinnen, wodurch neue zusammengesetzte (sykretistische) Gottheiten entstanden. Eine Verbindung ist die mit Fortuna, der Göttin des Glücks und Schicksals.
So weist diese Statuette Attribute sowohl der Fortuna (Steuerruder und Füllhorn) sowie der Isis (Kopfschmuck aus Mondscheibe zwischen Hörnern oder Federn) auf. Der typische Gewandknoten vor der Brust (sog. Isis-Knoten) fehlt allerdings. Isis-Fortuna besitzt die üblichen Eigenschaften von Fortuna. Das Ruder in ihrer rechten Hand verweist auf ihre Kontrolle über den Verlauf des menschlichen Lebens. Das Füllhorn in ihrem linken Arm ist ein Symbol für Überfluss und Wohlstand. (AVS)

Ehem. Sammlung August Kestner, Rom

Fortuna-Isis

Opferdienerin mit Weihrauchkästchen

Bronzeapplik in Form einer nach links gewendeten, stehenden Frau, die auf dem angewinkelten linken Arm einen in Perspektive wiedergegebenen offenen Kasten hält. Kopf nach links gewandt, Haare bekränzt (Blätter auf der linken Kopfseite noch gut erhalten) und im Nacken zu einem Knoten gebunden. Bekleidet mit einem gegürteten Peplos mit kurzem Überschlag und einem von den Schultern fallenden fußlangen Mantel, dessen besonderer Saum an den vom linken Arm herabfallenden Falten sichtbar wird. Linkes Standbein von Falten verhüllt, vom rechten Spielbein werden die Formen des Oberschenkels, Knies und des Unterschenkels sichtbar. Beide Fußspitzen in Schuhen. Der linke Fuß steht etwas höher als der rechte. Beschlag (Applike) für Gefäß oder Möbel. Teilszene aus Themenbereich "Opfer". (AVS)

Opferdienerin mit Weihrauchkästchen

Liktor mit fasces

Lictores waren Amtsdiener hoher Beamter und Priester. Ausdruck der Amtsgewalt dieser Gruppen sind die fasces (Rutenbündel mit Richtbeil). Der Liktor symbolisiert so Macht einzelner Individuen durch Begleitung und Schutz. Die Insigne des Rutenbündels zeigt die dem Magistrat übertragene Macht (imperium) des Richters. (AVS)

Liktor mit fasces

Haruspex

Die Deutung göttlicher Zeichen gehörte in der etruskischen Religion zu den Aufgaben der haruspices. Sie drückt sich in der disciplina etrusca aus. Die Überlieferungen wurden von der Priesterschaft streng gehütet. Um die disciplina etrusca zu erhalten, wurde im 3. Jh. v. Chr. ein Senatsbeschluss gefasst, dass eine hinreichende Zahl junger Männer aus den angesehensten Familien die Zeichendeutung lernen sollte, damit diese Wissenschaft nicht verlorene geht. (AVS)

Ehem. Sammlung August Kestner, Rom

Haruspex

Feuerschaufel oder Schürhaken

Schürhaken bzw. Feuerschaufeln, mit denen man brennende Holzscheite in den Kohlebecken für die Bereitung des Totenmahls bewegte, sind typische Beigaben in etruskischen Gräbern.
Das Instrument ist charakteristisch für die fantasievolle Arbeit etruskischer Kunsthandwerker. Der hintere Teil besteht aus einer rechten Hand mit schlanken Fingern und einem Unterarm, der für einen Einsatz aus vergänglichem Material hohl ist. (AVS)

Ehem. Sammlung August Kestner, Rom

Feuerschaufel oder Schürhaken

Geflügelter Phallus (Glöckchenhalter)

Diesen geflügelten Phallus mit Raubtierhinterläufen nennt man phallisches Tintinnabulum. Der Begriff bezieht sich auf Glöckchen aus Metall, die nicht erhalten sind und unterhalb der Tatzen hingen. Korpus, Phallus-Schweif, Geschlechtsteil zwischen den Hinterläufen und Flügelpaar – diese Tintinnabula konnten sehr unterschiedlich sein – charakterisieren den Penis als Symbol gesteigerter Manneskraft.
Ihr Hauptverbreitungsgebiet waren die Vesuvstädte. Die Verwendung ist (noch) unklar. Waren ihre Besitzer Anhänger des Priapos-Kultes? Eindeutige Antworten findet man weder im überlieferten Denkmälerbestand noch in den Schriftquellen, auch die sonst für kultische Handlungen aussagekräftige Wandmalerei hilft nicht weiter. Daher sollten diese Glöckchen allgemein als Glück verheißend und Übel abwehrend gedeutet werden. An prominenter Stelle im Wohnhaus oder auch in Gasthäusern, Herbergen und Bordellen galt ihr Klingeln im Wind als gutes Vorzeichen. (AVS)

Geflügelter Phallus (Glöckchenhalter)

Turan, die etruskische Aphrodite

Die Frau ist in Chiton und Mantel gehüllt; sie hält in der rechten Hand eine Blüte. Dieses ikonographische Detail lässt im Vergleich mit anderen Darstellungen die Vermutung zu, dass vor uns die Göttin Turan steht. Früh wurde sie mit der griechischen Liebesgöttin Aphrodite, der sie funktionell sehr ähnlich ist, identifiziert. Sie ist stets reich geschmückt und gekleidet sowie mit Attributen ausgestattet. Diese konnten Schwan oder Taube sowie Zweige oder Blüten sein.
Ihr seit dem 7. Jahrhundert v. Chr. inschriftlich belegter Name wird von dem etruskischen Verb tur- („geben“) hergeleitet und bedeutet „die/der Gebende“. Die etruskologische Forschung sieht in Turan eine Form mediterraner Muttergottheit, eine „große Mutter“ wie sie auch in anderen archaischen Mittelmeerkulturen bezeugt ist. Mit dem Ende der archaischen Zeit (um 490/80 v. Chr.) hören Weihungen an Turan auf. Sie war Schutzgöttin des antiken Vulci und wurde beispielsweise auch im archaischen Hafenheiligtum von Graviscae (Lido di Tarquinia) verehrt. (AVS)

Ehem. Sammlung August Kestner, Rom

Turan, die etruskische Aphrodite

Spiegelscheibe mit Griffzapfen

Spiegel gehörten zu den wichtigen Erzeugnissen etruskischer Metallverarbeitung. Nur in wenigen Fällen können wir ausgewiesene Herstellungszentren benennen; doch gelten die wichtigsten etruskischen Städte wie Volsinii (Orvieto), Vulci, Tarquinia oder Volaterrae (Volterra) auch als Produktionshauptstandorte. Daneben ist aber auch von umherwandernden Werkstätten auszugehen.
Aufgrund stilistischer Merkmale wird dieser Spiegel, dessen Motiv auf der Rückseite einen jungen Satyr und eine nicht näher zu deutende weibliche Figur sowie einen Delphin zeigt, einer in Orvieto ansässigen Werkstatt zu geschrieben. (AVS)

Ehem. Sammlung August Kestner, Rom

Spiegelscheibe mit Griffzapfen

Spiegelscheibe mit Griffzapfen

Spiegel sind im vorrömischen Italien, insbesondere in Etrurien und Latium, seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. belegt. Bis in das 2. Jahrhundert v. Chr. hinein wurden sie besonders als Grabbeigaben den Verstorbenen mit auf ihre Reise in das Jenseits gegeben.
Ihre Form – Rundscheibe und Dorn, der in einen Griff aus Bein oder Holz gesteckt wurde – ist typisch „etruskisch“, obwohl sie typologisch eng mit den griechischen Spiegeln verwandt ist. Die einst auf Hochglanz polierte Spiegelfläche lässt heute ihre Funktion nur noch erahnen, die Rückseite hingegen hat seit jeher das Interesse der Archäologen erregt. Sie ist in der Regel mit ornamentalen oder figürlichen Gravuren verziert. Diese nehmen Bezug auf die Lebenswelt der Frau oder verweisen auf die mythologisch-religiöse Ebene. Unser Motiv ist nicht klar zu deuten. Die Szene mit einem jungen Mann und einer geflügelten weiblichen Person findet in der Natur inmitten von Blumen und einem austreibenden Baum statt. (AVS)

Ehem. Sammlung August Kestner, Rom

Spiegelscheibe mit Griffzapfen

Iuppiter mit Victoria

Der Gott hat die rechte Hand in die Hüfte gestemmt. Im Haar trägt er einen Kranz, dessen Bandenden auf die Schulter fallen. Die kleine Victoria ist mit einem langen Gewand bekleidet und hält mit beiden Händen einen Kranz.

Die Statuette des nackten Iuppiter mit einer kleinen Victoria-Figur in der linken Hand ist ein beredtes Zeugnis dafür, wie sehr August Kestner bereit war, jungen, in finanziellen Schwierigkeiten steckenden Künstlern zu helfen.
Alexander Maximilian Seitz schreibt 1842 wahrscheinlich bezüglich dieser Statuette, die er als erstes der Kestner’schen Objekte in den Händen gehabt hat, folgendes an August Kestner: “Entschuldigen Sie meine Verspätung jener schon längst in Händen gehabten Bronze, erst jetzt kann ich Ihnen versichern so nach und nach mehreres zeichnen zu können, und werde gewiß auch nicht säumen nach möglichstem Fleiße jene Sachen zu vollenden, haben Herr Minister die Güte diese kleine erste Probe zu examinieren, und ich hoffe Ihr Rath wird mir zu Nutzen kommen ich werde noch heute Abend zu Ihnen kommen um das Nähere darüber zu vernehmen in tiefster Hochachtung Ihr dankbarster Diener Alexander Seitz.” (AVS)

Iuppiter mit Victoria

Musiker mit Doppelaulos

Stehender Mann, beide Füße eng zusammengestellt. Er trägt einen langen, eng anliegenden Chiton mit Ärmeln, auf dem Kopf eine spitze Mütze, unter der die Haare hervorkommen. Er spielt auf einem Doppelaulos, den der mit beiden Händen gefasst hat. (AVS)

Ehem. Sammlung August Kestner, Rom

Musiker mit Doppelaulos

Heliastentafel des E [...]SLYKOY ATHENAIOS

Diese Tafeln wurden an die sog. Heliasten, die Mitglieder der attischen Geschworenengerichte, als Ausweis ausgegeben und berechtigten zum Empfang der drei Obolen Tagesdiäten.
Diese Tafeln wurden an die sog. Heliasten, Mitglieder der attischen Geschworenengerichte, als Ausweis ausgegeben. Sie berechtigten zum Empfang der drei Obolen Tagesdiäten. Das athenische Gerichtswesen war wesentlicher Bestandteil demokratischer Strukturen. (AVS)

Heliastentafel des E [...]SLYKOY ATHENAIOS

Heliastentafel des MNESISTRATOS

Der Besitzer dieses Täfelchens, Mnesistratos, gehörte zur Sektion K der Dikasteria an. Er stammte aus dem Demos Sphettos im Osten des Hymettos, nahe Koropi.
Diese Tafeln wurden an die sog. Heliasten, die Mitglieder der attischen Geschworenengerichte, als Ausweis ausgegeben und berechtigten zum Empfang der drei Obolen Tagesdiäten. Das athenische Gerichtswesen war wesentlicher Bestandteil demokratischer Strukturen. (AVS)

Heliastentafel des MNESISTRATOS

Dreifußstreit zwischen Herakles und Apollon (Fuß einer Ciste)

Dieser etruskische Gerätefuß zeigt zwei Männer, die ein Gefäß tragen. Vermutlich ist mit dieser Darstellung der mythologische Streit zwischen Apollon und Herakles um den delphischen Dreifußkessel gemeint.
Apollon war der göttliche Herrscher über das Orakel-Heiligtum von Delphi. Als einmal Herakles das Orakel um Auskunft bat, verweigerte Apollon dies. Daraufhin raubte Herakles den dem Apollon geweihten Kessel samt Dreifuß. Zeus vermittelte in dem Streit: Herakles musste Dreifuß und Kessel zurückgeben, das apollinische Orakel die gewünschte Auskunft erteilen.
Das Motiv des 'Dreifuß-Streites' ist in der griechischen wie in der römischen Kunst sehr beliebt.

Die Antikensammlung Berlin besitzt ein sehr ähnliches Exemplar, das ursprünglich aus Tarquinia stammt und 1831 vom Museum erworben wurde. Aufgrund der Herkunft des Hannoveraner Stückes aus der Sammlung August Kestner, der selbst in Tarquinia gegraben hat, kann ebenfalls eine Herkunft von dort angenommen werden. (AVS)

Ehem. Sammlung August Kestner, Rom

Dreifußstreit zwischen Herakles und Apollon (Fuß einer Ciste)

Kopf, weiblich (Applik)

Bronzerelief mit Darstellung eines weiblichen Kopfes mit stark gelocktem Haar.
Als Applike war es möglicherweise als Zierblech auf einem Möbelstück oder einem Kasten angebracht. Aufgrund seiner geringen Materialstärke könnte es aber auch auf einem Textil aufgenäht gewesen sein.

Der Kopf entspricht im Stil und Behandlung vielen Frauenköpfen auf sizilischen Münzen des 5. und 4. Jh. v. Chr. und ist also eine griechische Arbeit dieser Zeit. (AVS)

Kopf, weiblich (Applik)