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Museum August Kestner Terrakotten

Terrakotten

Die Sammlung Terrakotten umfasst rundplastische figürliche Darstellungen sowie Reliefs aus allen Bereichen der klassischen Antike.

[ 9 Objects ]

Schauspieler im Vogelkostüm

Die Statuette zeigt einen Schauspieler im Ganzkörperkostüm, das ein gefiedertes Vogelkleid andeutet. Beide Arme halb hoch erhoben im Gestus des Flügelschlagens. Das Gesicht ist menschlich, d.h. der Schauspieler trägt keine Maske.
Anregung für diese Terrakotte mag der ein Federkleid tragende Chor aus "Die Vögel" ("Ornithés") des Aristophanes (Uraufführung 414 v. Chr.) gewesen sein. Die Statuette bezieht sich auf die Komödie „Die Vögel“ des Aristophanes (414 v. Chr.). Das Stück kritisiert die Politik Athens, das sich im Attischen Seebund zu einer Großmacht gewandelt hatte und seine Macht gegenüber Bundesgenossen durch Drohungen durchsetzte. Das endete im Peloponnesischen Krieg. (AVS)

Schauspieler im Vogelkostüm

Szene aus der Komödie

Im Hintergrund die Bühnenwand als Hauptfront, gegliedert durch je eine korinthische Säule an den Enden und je einem Säulenpaar, das die mittlere Tür flankiert in der Mitte. Zwischen den Säulen Andeutung des Mauerwerkes. Über den Türen dreieckiger Giebel mit gewölbter Scheibe in der Mitte. Zwischen den Säulenkapitellen Girlanden. Die Türen sind in vier Felder geteilt, im linken oberen ein Gorgoneion. Auf der linken Seite vor dem Haus viereckiger Altar, auf dem ein Sklave sitzt. Den Körper auf den rechten Arm gestützt, dessen Hand er auf die linke Ecke des Altares legt. Rechts stürmt aus der Tür ein bärtiger Alter mit lebhaft vorgestelltem rechtem Bein. Die Hände ergreifen vor dem Körper liegend den Mantelsaum. In der Mitte steht in ruhiger aufrechter Haltung ein Mann in Frontalansicht. - Das Ojekt gehört zur Gruppe der sogenannten "Campana-Platten". (AVS)

Ehem. Sammlung August Kestner, Rom

Szene aus der Komödie

Bacchische Weihe

Oberer Abschluss: Palmettenfries, tordierter Rundstab; Untere glatte, vorspringende Abschlussleiste. Links steht ein bärtiger Silen nach rechts gewandt in einem um die Hüften gegürteten Gewand und einem Fell um die Beine. In den erhobenen Händen hält er einen abgeschrägten Korb (Liknon) mit Früchten und einen aufgestellten Phallos. Aus dem Korb fällt ein langes Tuch herab. Vor dem Silen steht eine Frau im Ausfallschritt. Sie trägt ein gegürtetes Gewand, das die rechte Schulter freilässt. Sie wendet sich dem Silen zu, hält aber die hinter ihr stehende vermummte und leicht gebeugte Person am Kopf. Am rechten Bildrand befindet sich eine Mänade in langem Gewand und schlägt mit erhobenen Händen das Tympanon. (AVS)

Ehem. Sammlung August Kestner, Rom

Bacchische Weihe

Kampf um den Leichnam des Patroklos

Zentrale Episode in der „Ilias“ (17. Gesang) ist der Tod des Patroklos durch Hektor. Im übertragenen Sinn stellt dieser Kampf auch einen Machtkampf der Götter untereinander dar, denn auf Seiten der Griechen schützt Athena, auf Seiten der Troianer Apollon. So greift dieser in das Geschehen ein, indem er Patroklos ins Taumeln bringt und Hektor ihn töten kann. Im Sterben sagt Patroklos ihm seinen eigenen Tod voraus, denn Achill – geleitet von Athena – wird ihn töten.

In der rechten unteren Ecke liegt der nachte Leichnam des Patroklos auf dem Rücken über Waffen gebeugt (Schilde). Arme und Kopf hängen schlaff herab. Hinter ihm steht der nackte und bärtige Hektor in einem weiten Ausfallschritt. Er trägt einen großen Ovalschild und einen korinthischen Helm. Die erhobene rechte Hand führt das Schwert. Auf ihn dringt von links Aias ein, der ebenfalls mit Helm, Schwert und Ovalschild bewaffnet ist. Mit dem Schwert holt er von unten zu Schlag aus. Im Hintergrund befindet sich eine Keule. Hinter Aias steht Athena, die ihn am rechten Arm hält. Athena ist mit langem Chiton gekleidet und trägt einen korinthischen Helm. - Das Ojekt gehört zur Gruppe der sogenannten "Campana-Platten". (AVS)

Ehem. Sammlung August Kestner, Rom

Kampf um den Leichnam des Patroklos

Weibliche Gewandfigur

Die stehende weibliche Gewandfigur hat das linke Spielbein angewinkelt und leicht zurückgesetzt. Die heute verlorenen Unterarme waren wohl ehemals waagerecht vorgestreckt. Die Frau ist bekleidet mit einem ärmellosen Chiton und einem doppelt geschlungenen Mantel, dessen Enden an der linken Körperseite herabhängen. Im Haar trägt sie einen dicken mit Efeublättern und -blüten verzierten Kranz; je eine Haarsträhne fällt auf die Schultern.

Diese Statuette ist zu den sog. Tanagra-Figuren zu rechnen, benannt nach dem ursprünglichen Herstellungszentrum Tanagra in Böotien. Weibliche, aufwändig gekleidete Gewandstatuetten aus Ton erfreuten sich im 4. und 3. Jahrhundert v. Chr. im hellenischen Raum großer Beliebtheit. Daher wurden auch in anderen Produktionsstätten außerhalb Griechenlands Figuren nach Vorbildern aus Tanagra geferigt, wie beispielsweise diese Statuette. Sie stammt aus einer Werkstatt in Tarent in Unteritalien. (AVS)

Weibliche Gewandfigur

Stirnziegel, Mars und Venus

Das Bildprogramm des Augustus bedient sich des Troia- und Romulus-Mythos. Beide Mythenstränge sind über Venus und Mars verknüpft. Sie gelten als Stammeltern des iulisch-claudischen Herrscherhauses. Venus ist Mutter des Aeneas; dessen Sohn Iulus-Ascanios wird Stammvater der iulisch-claudischen Dynastie. Als Venus Genetrix wird sie zu deren Stammmutter. Mars verführt Rea Silvia, Tochter des Königs von Alba Longa, das einst von Iulus gegründet worden war, und macht sie zur Mutter der Zwillinge Romulus und Remus.
Aufgrund von Vergleichsstücken in Paris, Rom und Berlin mit Fundortangaben könnte auch dieses Stück aus Cerveteri stammen. (AVS)

Stirnziegel, Mars und Venus

Sinnende Penelope

Die Platte zeigt eine Szene aus der Odyssee (Hom. Od. 19,350-507). In der Mitte sitzt Penelope, die Gattin des Odysseus, auf einem Schemel. Die Haltung des rechten Armes und die Hand an der Stirn weisen auf eine trauernde oder sinnende Geste. Bei der sich ihr von hinten nähernden alten Frau handelt es sich um Eurykleia (Hom. Od. 2,345-347). Vor Penelope stehen zwei Dienerinnen. Innerhalb der vielfältig überlieferten Darstellungen auf Campana-Reliefs nimmt diese Platte eine besondere Stellung ein, da sie mit Penelope und Eurykleia eine Gruppe wiedergibt, deren Vorbilder in der antiken Plastik zu finden sind. Von beiden Statuen sind mehrere Wiederholungen bekannt wie z.B. die sog. „sinnende Penelope“, eine Sitzstatue im Vatikan.
Zu dieser Platte ist eine rechts anschließende, die Szene erweiternde Platte zu denken. Diese zweite Platte zeigt den heimkehrenden Odysseus sowie eine weitere männliche Person (vgl. Art Antique. Collections privées de Suisse Romande (1975) Kat. 2a und 2B). Die Platte wird oben durch einen Rundstab mit darüber laufendem Palmettenband begrenzt, unten durch eine einfache Leiste. (AVS)

Ehem. Sammlung August Kestner, Rom

Sinnende Penelope

Eros auf einer Wanne stehend (Traglampe)

Zwischen dem 1. Jahrundert v. Chr. und dem 1. Jahrhundert n. Chr. waren in Ägypten sog. Traglampen beliebt. Sie lassen sich in zwei Typen trennen, die Lichthäuschen und Lampen, die sich besonders durch einen wannenartigen Unterbau auszeichnen.
Auf den Wannen waren sehr häufig Figuren aufgesetzt, die der griechischen Mythologie oder der ägyptischen Götterwelt zuzuordnen sind. Dieses Beispiel zeigt den der Liebesgöttin Aphrodite zugeordneten Eros. Er steht auf dem Wannenrand und scheint die mit der ausgestreckten rechen Hand gehaltene Fackel am Brennloch der Lampe zu entzünden. Diese Darstellung steht symbolisch für die Eigenschaft des Eros, die Menschen in Liebe zu entbrennen. Das erklärt die Wanne aber noch nicht.
Eine Erklärung könnte in den Grabungsergebnissen der Badeanlagen in der ägyptischen Stadt Athribis zu finden sein. Dort wurden vermehrt Terrakottenfiguren gefunden. Sie legen nahe, dass hier neben der Körperhygiene auch Kulthandlungen stattfanden. Diese Feiern waren dem Dionysos gewidmet, dem griechischen Gott des Weines und der Fruchtbarkeit. Die zu den Dionysosfeiern gehörigen Rituale waren von Theateraufführungen und erotischen Handlungen geprägt. Nach den Befunden in Athribis wurden hierfür die Badeanlagen genutzt. Es verwundert daher nicht, dass bei den Traglampen häufig Wannen mit Löwenfüßen als Basis für die figürlichen Darstellungen, wie z.B. eines Eroten, genutzt wurden. (AVS)

Eros auf einer Wanne stehend (Traglampe)

Greif (Aufsatzplatte)

Rechte Hälfte. - Greif stehend nach links mit Flügeln. – Oberer Abschluss: Palmettenfries. (AVS)

Ehem. Sammlung August Kestner, Rom

Greif (Aufsatzplatte)