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Museum August Kestner Spielmarken und Münzbeschauertäfelchen (Tesseren)

Collection: Spielmarken und Münzbeschauertäfelchen (Tesseren) ( Museum August Kestner )

About the collection

Zum Bestand der Sammlung August Kestners gehört eine Gattung, die man in der Fachterminologie als Tesseren bezeichnet. Es handelt sich um kleine markenähnliche Objekte in unterschiedlicher Form (rund, figürlich) und unterschiedlichem Material (Bronze, Blei, Bein oder Stein). Obwohl klein und unscheinbar wirkend hat diese Gattung schon früh das Interesse von Sammlern und Forschern erregt, so dass bereits Ende des 17. Jahrhunderts erste Abhandlungen dazu verfaßt wurden.

Seiner rund 200 Exemplare umfassenden Sammlung hat August Kestner verhältnismäßig viel Aufmerksamkeit geschenkt, die sich unter anderem in einigen Tagebucheintragungen und Briefen widerspiegelt. Das verwundert umso mehr, da sich Bemerkungen zum Erwerb von anderen, vielleicht großartigeren Objekten so gut wie gar nicht in seiner Korrespondenz finden lassen.
Bereits 1836 war die Sammlung so angewachsen, dass August sie anläßlich des 5. Jahrestages der Gründung des “Instituto” in einem mit Zeichnungen und den Originalen selbst ergänzten Vortrag den Kollegen vorstellen wollte. Er findet unter den Fachleuten Interessierte, mit denen er eine Publikation plant. Prof. Dr. Wieseler aus Göttingen erhält die nötigen Zeichnungen und auch Henzen befürwortet dieses Unternehmen. Es kam aber nicht zur Umsetzung.

Ein besonderer Typus unter den Tesseren stellen die sog. tesserae nummularii dar. Diese Stäbchen dienten als Kontrollmarken der Münzbeschauer, der nummularii. Sie hatten als Mitarbeiter von Münzenprägestätten, Geldverleihern oder Banken die wichtige Aufgabe, die Qualität des Geldes im Hinblick auf das korrekte Gewicht und Echtheit zu prüfen. Die für gut befundenen Münzen kamen in einen Sack, der mit einem Strick, an dem eine solche Marke hing, verschlossen wurde. Die Inschriften auf den Kontrollmarken bezeichnen in der Regel a) den Namen des Kontrolleurs, b) den Namen des Auftraggebers, Vorgesetzten oder Besitzers, wenn der Kontrolleur ein Sklave ist, c) den Vermerk “beschaut” (SP für spectavit) mit dem Datum sowie d) die Nennung des Jahres nach dem jeweiligen Konsul. So eröffnen derartige kleinformatige Objekte einen gewaltigen Blick in den römischen Alltag.

This collection is part of

Antike Kulturen [110]

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