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Museum August Kestner Antike Kulturen [1952.146]

Bärtiger Kopf

Bärtiger Kopf (Museum August Kestner CC BY-NC-SA)
Provenance/Rights: Museum August Kestner / Christian Tepper (CC BY-NC-SA)

Description

Alfred Hentzen konnte zu Beginn seiner kurzen Amtszeit als Direktor des Kestner-Museums (1952–1955) eine bedeutende Reihe zyprischer Objekte für das Museum erwerben. Über diesen Kopf schreibt er in den Erwerbungsberichten 1952: "Es fehlte als Mittelpunkt ein Werk der großen cyprischen Steinplastik, und es gelang einen mir seit langem bekannten Kopf eines bärtigen Mannes aus Berliner Privatbesitz zu erwerben, eine Arbeit des späten 6. Jh. v. Chr. von der Strenge und Großartigkeit griechischer, archaischer Werke und von einer Stärke des Ausdrucks und einer plastischen Kraft, die es erlaubt, in die erste Reihe der Skulpturen dieser Gruppe einzuordnen. […]."
In diesem Stück deutet sich die zunehmende griechische Einflussnahme auf die zyprische Bildhauerkunst an und zeigt den Rückgang nicht-griechischer Einflüsse. Die Dominanz der griechischen Elemente zeigt sich deutlich in der Strukturierung der Haartracht, in Haupthaar und Bart. Für die Buckellocken und den Vollbart lassen sich mehrere Vergleichsbeispiele vom griechischen Festland finden. Die Kopfbedeckung und die Augenform deuten allerdings noch auf einen persischen Einfluss hin und belegen, dass auch trotz der starken griechischen Beeinflussung zu Beginn der Klassik nicht-griechische Elemente weiterhin Aufnahme in der zyprischen Kunst fanden.
Der Dargestellte könnte aufgrund der Kopfbedeckung als Priester gedeutet werden. – Moderne Mörtelspuren an den Rändern deuten auf eine ehemalige, sekundäre Einmauerung in eine Wand. (AVS)

Ehem. Sammlung Heinrich Hardt, Berlin

Material/Technique

Kalkstein / Farbreste, schwarz, rot

Measurements

Height
39,3 cm

Detailed description

Mit der Erstpublikation dieses Objektes 2013 konnte die lange ausstehende Neubewertung dieses Stücks erfolgen, der etwa in der 1. Hälfte des 5. Jahrhunderts v. Chr. auf Zypern hergestellt wurde. Da der Fundkontext fehlt, können für die Datierung lediglich stilistische Kriterien herangezogen werden. Das Problem hierbei ist, dass sich in der Forschung
an den attischen Beispielen orientiert wird und die vergleichbaren Werke aus anderen Regionen in ihrer Entwicklung davon abhängig und somit gemeinhin als jünger eingeschätzt werden. Dieser Kalksteinkopf, der aufgrund des abgebildeten Bartwuchses einen älteren Mann darstellt, ist leider modern verändert worden, so dass es heute schwierig ist, den ursprünglichen Zustand zu rekonstruieren. Hinterkopf und Hals wurden modern abgeschnitten und die dadurch entstandene Fläche geglättet. Eine eiserne Öse wurde anschließend angebracht, um den Kopf aufhängen zu können. Des Weiteren finden sich moderne Mörtelspuren an den Rändern. Von den oben genannten Aspekten abgesehen ist der Erhaltungszustand sehr gut. Überreste moderner Bemalung in roter und blauer Farbe sind im Original an Gesicht, Augen und Bart deutlich zu erkennen. Der Mann trägt eine wulstartige Kopfbedeckung (Mitra), die den Kopf umschließt. Auf dem Kopf verläuft eine von der Stirn zum Hinterkopf verlaufende Struktur,
von der wellenartige Strähnen zu den Seiten hin abgehen. Unterhalb der Mitra sieht man Haare in Form von zwei Reihen dicker Buckellocken, die die Ohren zum Teil verdecken. Die Augen sind sehr schmal und etwas schräg, von innen nach außen ansteigend, Brauen nur durch Schraffuren angedeutet. Der Bart über und unter den Lippen ist durch einfache Linien wiedergeben. Der Hauptteil des Vollbartes besteht allerdings aus dicken symmetrischen, spiralförmigen Locken. Die Nase ist relativ dominant und auf den Lippen zeichnet sich ein Lächeln ab.

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[Relation to time] [Relation to time]
-600 - -475
Created Created
-500 - -486
-601 -473

Object from: Museum August Kestner

ACHTUNG: Aufgrund von Sanierungsmaßnahmen im Rahmen des Brandschutzes ist das Museum bis einschließlich 31.03.2020 geschlossen. Ab dem 01.04.2020 ...

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