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Museum August Kestner Antike Kulturen [1964.15]

Grabrelief

Grabrelief (Museum August Kestner CC BY-NC-SA)
Provenance/Rights: Museum August Kestner / Christian Rose (CC BY-NC-SA)

Description

Das Grabrelief gehört zum Typus der Giebelstelen. Die in Hochrelief gearbeitete Szene zeigt insge¬samt drei Personen in einer tempelförmigen Architektur, von der allerdings nur noch Teile der rechten Hälfte des Giebeldreiecks erhalten sind. Auf einem Hocker (klismos) mit gedrechselten Beinen sitzt eine Frau nach rechts. Sie ist bekleidet mit einem geknöpften Ärmel-Chiton und einem Mantel (himation), der ihr über die Schultern, den rechten Oberarm und den Rücken fällt. Mit der linken Hand ergreift sie den Rand des Mantels in Höhe der Schulter und zieht ihn leicht nach oben. Das Haar ist in welligen Strähnen von der Stirn zurückgekämmt und im Nacken aufgerollt, wobei der Nackenknoten nicht erhalten ist. Ihre rechte Hand reicht sie einer in Dreiviertelansicht vor ihr stehenden jüngeren Frau. Diese trägt ebenfalls ein langes Untergewand, ob Peplos oder Chiton ist nicht zu entscheiden, und einen über ihren Schultern liegenden Mantel. Das Himation wird vor dem Körper in gebogenen Falten von zu Hüfte zu Hüfte geführt, wobei eine Reihe von Falten vom linken Arm an den Körper gepresst werden.
Im Hintergrund ist in flachem Relief noch der stark geneigte Kopf einer dritten Figur mit kurzen gelockten Haaren erhalten. Deren langes Gewand und der rechte Fuß sind unter dem Hocker sichtbar. Sehr lange galt diese Figur als weiblich, muss aber aufgrund des kurzen, gelockten Haupthaars sowie des noch schwach erkennbaren Bartes als männlich interpretiert werden, auch wenn die Bruchkante am Mund die Erkennbarkeit erschwert.
Im frühen 5. Jahrhundert v. Chr. hatten die griechischen Gesetzgeber Regeln für den Traueraufwand erstellt. Ein Verbot für Athen und Attika schränkte daher den übermäßigen Aufwand für Begräbnisfeierlichkeiten und die Ausstattung bzw. Kennzeichnung der Grabstätten stark ein. Doch gut ein Jahr¬hundert später kehrten reiche Athener und vermögende Ausländer zu einer luxuriösen Ausschmückung ihrer Gräber und Grabanlagen zurück und begannen damit, wieder weithin sichtbare Zeichen auf die Grabstellen zu setzen. Grabreliefs wie dieses standen entlang der Straßen, die aus der Stadt hinausführten.
Das letzte und schärfste Grabluxus-Gesetz der athenischen Geschichte ist das des Demetrios von Phaleron (um 350–280 v. Chr.), erlassen 317/07 v. Chr. Es schränkte den großen und reichhaltigen Aufwand für Begräbnisfeiern und die Gräber erneut stark ein und beendete die Produktion dieser Art Grabdenkmale endgültig. (AVS)

Material/Technique

Marmor

Measurements

Width
80 cm
Height
123 cm
Created ...
... When
... Where

Relation to people

Object from: Museum August Kestner

ACHTUNG: Aufgrund von Sanierungsmaßnahmen im Rahmen des Brandschutzes ist das Museum bis einschließlich 31.03.2020 geschlossen. Ab dem 01.04.2020 ...

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