museum-digitalniedersachsen

Close

Search museums

Close

Search collections

Tuchmacher Museum Bramsche Maschinen [1991/1]

Selfaktor (Selbstspinner, Wagenspinner)

Selfaktor (Tuchmacher Museum Bramsche CC BY-NC-SA)
Provenance/Rights: Tuchmacher Museum Bramsche / Hermann Pentermann (CC BY-NC-SA)

Description

Technische Daten: Bauart: 01/24; Maschinennummer: 1860; Spindelzahl: 280; Spindelteilung: 48 mm; Hülsenlänge: 240 mm; Auszugslänge: 1,60 m.
Der Selfaktor ist die erste vollautomatische Spinnmaschine zur Herstellung von Garn. Seine Erfindung ersetzte Anfang des 19. Jahrhunderts die halbautomatischen Vorgänger. Der Selfaktor, abgeleitet vom engl. self acting ‚selbstarbeitend‘, wird im Deutschen auch als Selbstspinner bzw. Wagenspinner bezeichnet.
Mit dem Selfaktor im Tuchmacher Museum wird aus dem Vorgarn Streichgarn produziert, das im Gegensatz zu Kammgarn voluminöser und rauer ist.
Der Selfaktor besteht aus einem Gestell, in den die Vorgarnwalze mit dem Vorgarn und einem ausfahrbarem Wagen, auf dem die Spindeln befestigt sind. Vorbereitend muss das auf der Krempel produzierte Vorgarn manuell mit den Hülsen auf den Spindeln des Wagens verbunden werden. Dabei wird das Vorgarn durch zwei übereinanderliegende Walzen, das sogenannte Streckwerk, zu den Spindeln geführt.
Der Spinnvorgang selbst erfolgt in mehreren sich wiederholenden Arbeitsschritten. Bei der Ausfuhr des Wagens wird das Vorgarn ausgezogen. Durch die Rotation der Spindeln werden die Fasern des Vorgarns gleichzeitig miteinander zu einem Faden verdreht. Erreicht der Wagen seine maximale Ausfahrt werden Streckwerk, Spindeln und Wagen angehalten. Das gesponnene Garn wird mit einer Klaue festgehalten, um den Drall zu fixieren.
Bei der Einfuhr des Wagens wird der gesponnene Faden mithilfe von zwei Fadenführern, dem Aufwinder und dem Gegenwinder, auf den Spindeln des Wagens aufgewickelt. Das Aus- und Einfahren des Wagens wird so oft wiederholt bis die Fäden mit einer maximalen Lauflänge von 350 Metern pro Spindel aufgewickelt sind.
Der Streichgarn-Selfaktor des Tuchmacher Museums wurde 1990 mit einem zweiten, baugleichen Modell von dem ehemaligen VEB Streichgarnspinnerei Reichenbach für ds Werk Cunersdorf erworben. Das Werk Cunersdorf bei Kirchberg in Sachsen gehörte bis 1930 zur Streichgarnspinnerei M. A. Popp A. G. und wurde dann von der August Schreiterer GmbH übernommen. Die August Schreiterer GmbH wurde 1847 als Wollwäscherei gegründet und in den folgenden Jahren zu einer Streichgarnspinnerei ausgebaut. Sie wurde in den 1970er Jahren mit anderen Betrieben zum VEB Streichgarnspinnerei Reichenbach verstaatlicht, die zum Kombinat Deko Plauen gehörte.

Material / Technique

Eisen, Holz

Measurements ...

Länge: 15,00 m, Breite: 1,64 m, Gewicht: ca. 10 t

Created ...
... who:
... when
... where

Part of ...

Links / Documents ...

Tags

Created
Werdau
12.3753450.73604 db_images_gestaltung/generalsvg/Event-1.svg0.061
Was used
Kirchberg (Sachsen)
12.522452550.6223188db_images_gestaltung/generalsvg/Event-6.svg0.066
Map

[Last update: 2018/12/13]

Usage and citation

Cite this page
The textual information presented here is free for non-commercial usage if the source is named. (Creative Commons Lizenz 3.0, by-nc-sa) Please name as source not only the internet representation but also the name of the museum.
Rights for the images are shown below the large images (which are accessible by clicking on the smaller images). If nothing different is mentioned there the same regulation as for textual information applies.
Any commercial usage of text or image demands communication with the museum.