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Museum August Kestner Guter Dämon Bes. Schutzgott der Ägypter

Guter Dämon Bes. Schutzgott der Ägypter

About the Exhibition

Denkt man an „ägyptische Götter" kommen einem normalerweise der Sonnengott Re, der Totengott Anubis oder die Götterfamilie Osiris, Isis und Horus in den Sinn. Aber im Alten Ägypten gab es neben diesen „großen“, für die Welt und den Kosmos zuständigen Göttern auch „kleine“, die keine gigantischen Tempel hatten. Dafür standen sie dem Alltag der Ägypter viel näher. Der wichtigste dieser Götter war Bes.

Die Sonderausstellung „Guter Dämon Bes – Schutzgott der Ägypter“ bietet Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, die kleine Gottheit Bes kennenzulernen, die im Alten Ägypten die Menschen vor allen erdenklichen Sorgen und Krankheiten schützte.

Bes ist leicht zu erkennen. Er hat kurze, gedrungene Beine, streckt seine Zunge aus dem Mund, sein Bart ähnelt einer Löwenmähne und er trägt eine Federkrone. Bes war im Leben der Menschen auf allen Ebenen der altägyptischen Gesellschaft präsent: in den Palästen der Pharaonen sowie in den spärlichen Hütten der Bauern und Sklaven. Er bot Schutz vor Krankheiten, kümmerte sich um schwangere Frauen, half bei der Geburt der Kinder, verhinderte Schlangenbisse und hatte die Macht, nicht nur feindliche Angriffe, sondern sogar auch Seuchen abzuwenden! Wegen dieses, allen Menschen nützenden Wirkens von Bes ist er weit über die Grenzen Ägyptens hinaus in der gesamten antiken Welt verehrt worden – sogar auf der Insel Ibiza, die ihren Namen Bes verdankt!

Die Ausstellung lädt Jung und Alt, die ganze Familie, ein, in die Welt von Bes einzutauchen, wo Magie und der Glaube, dass gute Dämonen alle Arten von Bösem abwehren können, selbstverständliche Bestandteile des Lebens waren. Weil Bes einfach Schutz vor Allem bot, war er in den Häusern und auch Gräbern der Ägypter überall präsent: auf Betten, Kosmetikbehältern und Spiegeln sowie im Bereich des Schmuckes. Sein Abbild war konkurrenzlos das beliebteste Schutzamulett der Ägypter. Er war aber ebenso zuständig für Musik, Tanz und berauschende Getränke – also keine Feier ohne Bes!

Die Ausstellung ist ein internationales Kooperationsprojekt, das auf einer in Hannover entwickelten Idee basiert. Sie ist das Resultat einer langjährigen, intensiven Zusammenarbeit mit dem Allard Pierson Museum in Amsterdam, wo sie bereits mit riesigem Erfolg zu sehen war, und der Ny Carlsberg Glyptotek in Kopenhagen. Neben wertvollen Leihgaben aus diesen beiden Museen kommen weitere aus den Universitätsmuseen von Aberdeen (Schottland) und Leipzig sowie aus dem Tschechischen Nationalmuseum in Prag und dem Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim, ferner aus den Sammlungen der Kunst- und Kulturstiftung Hannover, der Stiftung Niedersachsen Hannover und aus Privatsammlungen wie z.B. der norddeutschen CHEPERI COLLECTION.